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Welche Kosten kommen beim Immobilienkauf auf mich zu?

08.09.2020

Sein Traumhaus zu finden geht schnell. Auf den ersten Blick stimmt der Kaufpreis, doch welche Kosten fallen zusätzlich an? Diese werden oft unterschätzt und können für eine Immobilienfinanzierung zum Verhängnis werden.

Die Banken werben derzeit mit niedrigen Zinsen, was den Wunsch vieler Menschen ein Eigenheim zu besitzen, erheblich verstärkt. Die Gier nach dem sogenannten „Betongold“ ist derzeit höher denn je. Hat man nun das Objekt der Begierde endlich gefunden, denkt man zunächst einmal an die Finanzierung des Kaufpreises. Reicht mein Einkommen um den Kredit zu tilgen und die fälligen Zinsen zu bezahlen? Bleibt davon noch etwas übrig, um sich evtl. einen Umbau oder eine Renovierung zu leisten? Doch mit der Bezahlung des Kaufpreises ist es nicht getan.

Welche weiteren Nebenkosten fallen beim Kauf einer Immobilie an?

Gebühren für den Notar und das Grundbuchamt

Wer sich eine Immobilie kauft muss grundsätzlich zu einem Notar, um den Kauf notariell beurkunden zu lassen. Wenn man die Immobilie mit Hilfe eines Bankkredites finanziert, verlangt das Kreditinstitut eine Grundschuld. Der Notar veranlasst die Eintragung der Grundschuld beim regionalen Grundbuchamt.

Die Notar- und Grundbuchkosten belaufen sich auf ca. 1,5% des Kaufpreises, wovon 1% die Notarkosten und 0,5% die Grundbuchkosten ausmachen. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro sind das immerhin 6.000 Euro zusätzlich zum Kaufpreis.

Die Grunderwerbsteuer

Seit dem Jahr 2006 dürfen die Bundesländer selbst über die Höhe der Grunderwerbsteuer bestimmen. In Sachsen und Bayern liegt die Grunderwerbsteuer bei 3,5 Prozent. In Berlin liegt man bei 6% und Schleswig-Holstein sogar bei einer Grunderwerbsteuer von 6,5%. In Baden-Württemberg liegt diese bei 5% des Kaufpreises, was in unserem Beispiel bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro weitere 20.000 Euro zusätzlich zum Kaufpreis ausmacht.

Maklergebühren

Nicht nur die Grunderwerbsteuer variiert innerhalb Deutschlands, auch die Maklergebühren fallen unterschiedlich aus. Beispielsweise werden in Berlin und Brandenburg Maklerprovisionen von 7,14% des Kaufpreises fällig, inkl. Mehrwertsteuer. In Baden-Württemberg hingegen belaufen sich diese auf „nur“ 3,57% des Kaufpreises. In unserem Beispiel kommen also zu dem Kaufpreis von 400.000 Euro weitere 14.280 Euro hinzu.

Immobilienkäufer müssen die „ortsübliche Provision“ nicht zwingend akzeptieren, sondern können deutlich günstigere Konditionen verhandeln. Ob die Provision aber wirklich verhandelt werden kann, hängt vom Markt der Region ab. Bei gefragten Immobilien werden Makler sich kaum auf einen Handel einlassen.

Wir fassen zusammen

In unserem Beispiel von einem Immobilienkaufpreis von 400.000 Euro im Bundesland Baden-Württemberg, kommen folglich 1,5% für Notar- und Grundbuchkosten hinzu, die Grunderwerbsteuer von 5% und ggf. eine Maklerprovision von 3,57%.

Somit liegt der reale Preis bei 440.280 Euro. Diese Kaufpreisnebenkosten sollte man unbedingt in die Finanzierung des Vorhabens einkalkulieren, sodass noch genug Kapital für eine evtl. Renovierung übrig bleibt und es am Ende kein böses Erwachen gibt.


Kategorie: Immobilienfinanzierung • Schlagworte: Immobilienfinanzierung
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